Manche Fragen hat einfach jeder Tätowierer schonmal gehört – manche hat sich jeder Tätowierte vielleicht schon gestellt. 5 davon wollen wir hier ein für alle mal beantworten.

Muss ich wirklich 18 Jahre alt sein?

Per se ist es nicht verboten Minderjährige zu tätowieren. Zivilrechtlich geht der Tätowierer mit dem Kunden einen Vertrag ein, und der heißt: Geld gegen Tattoo. Einen solchen Vertrag kann man auch mit einem Jugendlichen schließen. Voraussetzung dafür ist, dass der Jugendliche das Tattoo mit seinem Taschengeld finanzieren kann.

Strafrechtlich ist es von Bedeutung, dass der Kunde wirksam einer Körperverletzung zustimmt – und dazu gibt es keine klare Altersgrenze. Entscheidend ist, ob er geistig dazu in der Lage ist, die Folgen der Tätowierung abzuschätzen.

Da es in der Praxis schlichtweg unmöglich ist einzuschätzen, wie viel Geld ein Minderjähriger zur Verfügung und welche geistige Reife er hat, ist es das Sicherste, nur Personen zu tätowieren, die das 18. Lebensjahr vollendet haben.

Warum ist ein Tattoo so teuer?

Seriöse Tätowierer sind in in der Regel selbstständig. Das heißt, sie kommen für alle Kosten selbst auf. Das schließt auch alles ein, was Arbeitnehmern vom Bruttolohn abgezogen wird zuzüglich dem Anteil, den beim Arbeitnehmer der Arbeitgeber übernehmen muss. Dazu kommt eine private Krankenversicherung, die Pflegeversicherung, Sozialabgaben, Strom, Gas, Wasser, Versicherungen, Miete für das Ladenlokal und natürlich Steuern. Außerdem sind sämtliche Verbrauchsmaterialien wie Nadeln, Farbe, Druckerpatronen, Stifte, Vaseline, etc. in der Rechnung zu berücksichtigen.

Ein Tattoo kostet auf jeden Fall mehr als die Zeit, die du unter der Nadel verbringst – nicht nur an laufenden Kosten. Die Ausbildung, hunderte Stunden praktischer Erfahrung und die Bereitschaft, bei jedem Tattoo zu akzeptieren, dass Fehler oft nicht korrigierbar sind machen selbst das kleinste Tattoo zu einem komplexen Einzelstück.

Ist dein Kumpel also wesentlich günstiger als der Typ mit dem Studio, solltest du dich fragen wieso!

Kann ich die Vorlage fotografieren?

Nein. Grundsätzlich ist jede Zeichnung – solange sie eine gewisse schöpferische Leistung darstellt – ein urheberrechtlich geschütztes Werk. Als solches ist eine Vervielfältigung derselben nur mit Erlaubnis des Urhebers (in der Regel des Tätowierers) zulässig. Eine unerlaubte Vervielfältigung zieht zum einen Unterlassungs- und Schadensersatzansprüche nach sich und stellt zum anderen eine Straftat dar. Kein Tattooartist will, das sein Kunstwerk von einem anderen Artist gestochen wird, deshalb wird keine Vorlage kopiert oder fotografiert.

Tut das weh?

Ja. Wer schön sein will, muss leiden. Schließlich sticht so eine Tattoo-Nadel bis zu 150 mal in der Sekunde auf die Haut ein. Verschiedene Hautareale sind empfindlicher als andere, dennoch ganz ohne Schmerzen geht es beim Tätowierer nicht zu.

In einem nächsten Blogpost gibt es mehr zu diesem Thema. Melde dich in unserer Community an um den Beitrag nicht zu verpassen.

Warum darf ich vor dem Tattootermin weder Alkohol trinken noch bestimmte Medikamente nehmen?

Alkohol und manche Medikamente erweitern die Blutgefäße und verdünnen das Blut. Das merkt man dann beim Stechen sehr deutlich. Das Tattoo blutet stärker, wodurch es für den Tätowierer schwer ist, die Farbe gleichmäßig einzubringen. Gleichzeitig schwemmt das Blut einen Teil der Farbe sofort wieder aus der Haut. Das Tätowieren dauert länger und ist schmerzhafter. Außerdem wird das Ergebnis mit großer Wahrscheinlichkeit verwaschen und ungleichmäßig aussehen. Nachstechen ist vorprogrammiert.

Durch die stärkere Blutung heilt das Tattoo außerdem auch nicht so gut ab. Es verkrustet stärker, der Heilungsprozess dauert länger und die Gefahr von Entzündungen ist erhöht. Da der blutverdünnende Effekt eine Weile anhält, solltest du auch am Tag vor deinem Tattoo-Termin unbedingt auf Alkohol und bestimmte Medikamente verzichten.

Solltest du auf Medikamente angewiesen sein, sprich unbedingt mit deinem Tätowierer vor deinem Termin über die Präparate.


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  1. Katrin

    Grundsätzlich gilt: „Wer sich tätowieren lässt, sollte sich die Farbe zeigen lassen und nachfragen, ob sie den gesetzlichen Anforderungen entspricht“

    Nach der Tätowiermittel-Verordnung von 2008 sind die Hersteller der Tinten verpflichtet, bestimmte Angaben zu machen.
    So müssen auf den Flaschen die Bestandteile der Farbe, ein Mindesthaltbarkeitsdatum und die Verwendungsdauer nach dem Öffnen angegeben sein. Auch Name und Adresse der Firma sind obligat.
    Fehlen diese Angaben, ist große Skepsis angebracht.

    Das gilt auch im Fall von allgemeinen Deklarationen wie „Konservierungsstoffe“ oder „organische Pigmente“ auf der Packung. Der Verzicht auf die exakte Nennung der Einzelstoffe ist nämlich nicht zulässig. Zwar dürften laut Tätowiermittel-Verordnung Farbstoffe nicht verwendet werden, bei denen bezweifelt wird, dass sie gesundheitlich unbedenklich sind. Allerdings seien die Farben nicht zulassungspflichtig, bevor sie verwendet werden.
    Dem Bundesverband der Lebensmittelchemiker/-innen zufolge trägt allein der Hersteller oder Importeur bis zum Öffnen des Behälters die Verantwortung dafür, dass das Produkt die Gesundheit nicht gefährdet. Sobald die Flasche offen ist, müsse der Tätowierer darauf achten, dass er die Mindesthaltbarkeit oder vorgegebene Verwendungsdauer nicht überschreitet und die Farbe hygienisch korrekt verwendet.